Neue Geschichten jeden Dienstag und Freitag.

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Vor zwei Jahren bekam ich mein erstes Rollbrett geschenkt. Mein ganzes Leben lang fand ich das Pendeln und Vorwärtskommen in Zürich mühsam. Die Staus, das Rennen auf den Bus, der Kampf um Sitzplätze und weshalb kommt mein Tram immer zuletzt. Als ich dann das erste Mal meinen Arbeitsweg mit dem Rollbrett zurücklegte, hat es klick gemacht. Seither bin ich in Zürich meist so unterwegs. Was früher verlorene Zeit zwischen A und B war, ist nun ein tägliches Vergnügen. Das Fahren macht Spass und die Stadt um mich herum erlebe ich intensiver. Die Menschen reagieren manchmal, wenn ich an ihnen vorbeikurve, meistens positiv, selten nervt’s jemand ein bisschen. Meine Fortbewegung in der Stadt ist viel freier geworden. Letztes Tram weg, Demonstration an der Bahnhofstrasse, Fahrleitungsstörung am Hegibachplatz, Unfall am Bellevue, alles kein Problem. Bei schönem Wetter mache ich manchmal extra einen Umweg. In kurzer Zeit habe ich so mehr von der Stadt kennengelernt als in vielen Jahren zuvor. Ich hätte nicht gedacht, dass Zürich so viele spannende Orte zu bieten hat. Muss es schnell gehen oder regnet es, klemme ich mir das Brett unter den Arm und nehme den Bus. Ich habe Glück, dass ich mir in meiner Arbeit immer mal wieder die Zeit nehmen kann, etwas länger unterwegs zu verweilen. Und Glück, dass es in Zürich so viele schön glatte Trottoirs gibt.

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Stories for future wurde von Moritz Jäger und Gabi Hildesheimer von Tsuku ins Leben gerufen. Die Stiftung Mercator Schweiz unterstützt das Projekt mit einem finanziellen Beitrag. Weitere Interessenbindungen bestehen nicht.

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